Galerie  >  Das Jahr 2014  >  Aktion Regenbogen am Grenzübergang, 14. Juni 2014

Aktion Regenbogen am Grenzübergang
14. Juni 2014

Zusammen mit der Nachbarfeuerwehr aus Strazny/Tschechien wurde am Grenzübergang die Aktion Regenbogen als Zeichen der Erinnerung an Frieden und Versöhnung durchgeführt

Basierend auf einer Idee des oberpfälzischen Künstlers Alois Öller wurde an zahlreichen Orten entlang des ehemaligen "Eisernen Vorhanges" das Lichtspiel aus Wasser und Sonne realisiert.

Viele interessante Informationen sind im untenstehenden PNP-Artikel von Christian Weishäupl nachzulesen.

PNP-Bericht:

Ein Regenbogen für die Freundschaft

Philippsreut. Schon im Alten Testament ist er das Symbol für Frieden und Freundschaft. Auch in diesen Tagen zeugte ein Regenbogen über dem Grenzbach am ehemaligen Grenzübergang Philippsreut von einer inzwischen gewachsenen Freundschaft: Im Zeichen der Erinnerung an die Ereignisse des Jahres 1989 sorgten nun die Nachbarfeuerwehren Philippsreut und Strážný für den Regenbogen. Er sollte hinweisen auf die Ereignisse vor 25 Jahren, die dem europäischen Kontinent Frieden und Versöhnung nach Jahrzehnten der Teilung und der Spannungen brachten.

Die Idee des oberpfälzer Künstlers Alois Öllinger wurde – wie zuletzt 2009 – an zahlreichen Orten am ehemaligen "Eisernen Vorhang" von Lübeck an der Ostsee bis hinunter nach Nova Gorcia an der slowenisch-italienischen Grenze realisiert. Und da war es selbstverständlich, dass auch die beiden Feuerwehren Philippsreut und Strážný unter Regie des Philippsreuter Kommandanten Markus Dillinger den Grenzbach zwischen beiden Ländern mit einer großen Wasserkuppel überspannten. Mit am Strahlrohr stand auch Kreisbrandinspektor Albert Hilgart, unter den Zuschauern war Otto Öllinger aus Riedlhütte, ein Bruder des Ideengebers. Bezeichnenderweise gesellte sich auch ein Urlauberehepaar aus Herleshausen an der hessisch-thüringischen, also ehemals innerdeutschen Grenze dazu, um den Regenbogen zu erleben.

Regenbogen in den schönsten FarbenZwar mussten sich die Zuschauer angesichts des doch recht wolkenverhangenen Himmels ein bisschen gedulden, doch kam zwischendurch immer wieder für wenige Minuten die Sonne durch, welche die Wasserkuppel beschien, so dass ein Regenbogen in den schönsten Spektralfarben des Lichts zu sehen war.

Eine für die Feuerwehren ohne größeren Aufwand realisierbare Idee – und doch geht von ihr eine große Symbolkraft für die gesamte Grenzregion auf beiden Seiten aus, deren Vergangenheit eine sehr wechselvolle und spannungsreiche war. Von der Besiedlung des Gebietes im ausgehenden 17. und 18. Jahrhundert an gab es hier ein fruchtbares Miteinander, obwohl die eine Seite unter fürstbischöflich-passauischer und später unter königlich-bayerischer Herrschaft stand und die andere, seinerzeit ebenfalls deutschsprechende Seite zum Machtbereich der Habsburger gehörte. So gingen beispielsweise die Philippsreuter bis in die 1840-er Jahre hinein in Strážný, das damals Kuschwarda hieß, zur Kirche oder erledigten in der florierenden Marktgemeinde ihre Geschäfte. Erst das Ende des Ersten Weltkriegs und die Entstehung der eigenständigen Tschechoslowakischen Republik rückte diese bis dahin kulturell wenig präsente Grenze stärker ins öffentliche Bewusstsein.

Verschwand die Grenze nach dem sog. "Münchner Abkommen" im Oktober 1938 durch den von Hitler erzwungenen Anschluss des Sudetenlandes an Nazi-Deutschland schließlich ganz, so wurde sie wenige Jahre später nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Zwangsaussiedlung der deutschen Bevölkerung aus dem Böhmerwald deutlicher denn je: Der "Eiserne Vorhang" sicherte ab den ausgehenden 1940-er Jahren den kommunistischen Machtbereich des Ostblocks mit Stacheldraht, Grenzsperranlagen und strengste Bewachung, die Grenze war unpassierbar – kurzum: Hier trafen sich Ostblock und westliche Welt.

Während die grenznahen Orte auf tschechischer Seite nahezu allesamt geschleift wurden, standen die bayerischen Grenzdörfer nunmehr über vier Jahrzehnte lang mit dem Rücken zur Wand, stets in dem Wissen, dass hinter ihnen eine andere Welt lag und dass man im Falle einer Eskalation des "Kalten Krieges" genau zwischen den Fronten wäre. Groß war etwa die Angst im Wolfsteiner Land im August 1968, als Panzer des "Warschauer Paktes" in der Tschechoslowakei einmarschierten, um den "Prager Frühling", eine versuchte kommunistische Reformbewegung, niederzuschlagen.

Mit dem Rücken zur (Grenz-)WandÜberschreitet nun der Russe die Grenze? Das war damals die Befürchtung. Es kam zum Glück anders. Die "Winde der Veränderung", die der seit 1985 amtierende sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow durch seine Reformpolitik wehen ließ, erreichten 1989, also vor 25 Jahren, die Länder des Ostblocks. Ungarn öffnete seine Grenze zu Österreich, Bürgerrechtsbewegungen brachten in der DDR die Berliner Mauer und mit ihr das DDR-Regime zu Fall, und auch in der Tschechoslowakei geschah Erstaunliches: Eine elftägige Demonstration und ein kurzer Generalstreik reichten, dass die kommunistische Regierung auf ihre Führungsrolle verzichtete und sich von der Opposition ablösen ließ. Der Weg der Ostländer zurück nach Europa war frei, einer Wiedervereinigung Europas im Geiste des Friedens und der Versöhnung stand nichts mehr im Wege.

Und genau daran erinnerte der Regenbogen über dem Grenzbach bei Philippsreut. Doch nicht nur jenes atmosphärisch-optische Phänomen mit seiner religiös besetzten Symbolkraft zeugt von der Völkerverständigung und der neuen Freundschaft, sondern auch und vor allem die Tatsache, dass deutsche und tschechische Wehrmänner und -frauen trotz der Sprachbarriere gemeinsam Hand in Hand an den Strahlrohren das Kunstwerk entstehen ließen und dass auf der Grenzbrücke, welche beide Länder über Jahrzehnte hinweg trennte, Zuschauer aus Deutschland und aus Tschechien gemeinsam den Regenbogen bestaunten, Fotos knipsten und miteinander ins Gespräch kamen.

 

Bilder und Berichte...

    Gründungsfeste und andere Feierlichkeiten

    Galerien aus früheren Jahren

    Jugendfeuerwehr 1999-2006

    Das Jahr 2007

    Das Jahr 2008

    Das Jahr 2009

    Das Jahr 2010

    Das Jahr 2011

    Das Jahr 2012

    Das Jahr 2013

> Das Jahr 2014

            Jahreshauptversammlung, 6.1.
            Spende für Johanna, Januar
            Verkehrsunfall B12, 21.02.
            Wärmebildkamera, April
            Internatioanler Pokalwettbewerb, 24.05.
            Verkehrsunfall B12, 13.06.
        >  Aktion Regenbogen, 14.06.
            Weber-Hydraulik-Seminar, 21.06.
            Hochzeit Melanie und Christian, 26.07.
            Jugendwettkampf, 06.09.
            Leistungsabzeichen THL, 17.10.
            Atemschutzleistungsbewerb, 18.10.
            Bergeübung im Skizentrum, 25.10.
            Jugendflamme Stufe II, 30.10.

    Das Jahr 2015

    Das Jahr 2016

    Das Jahr 2017

    Das Jahr 2018

Werde Mitglied

Du hast Interesse an einer interessanten und abwechslunngsreichen Freizeitbeschäftigung?

Oder willst Du als passives Mitglied die Arbeit der Feuerwehr unterstützen?

Weitere Informationen findest Du hier.

Kontakt

Besuche uns bei    

Erstellen Sie einen Gästebucheintrag

So erreichen Sie die FF Philippsreut
bzw. die Kontaktpersonen